Länderinstitut für Bienenkunde
Hohen Neuendorf e.V.
Tel:
03303/293830
Fax:
03303/293840
E-Mail:
i nfo@honigbiene.de

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Imkermeisterin Marion Schröder wärmt schon mal eine Biene im Arbeitskittel; in ihrem Labor wird die künstliche Besamung der Königinnen durchgeführt
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Für die Gesundheit der Bienen verantwortlich: Jens Radtke
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Christine Meinhardt ist auch mit Hutrüstung vor einem Bienenstich nicht sicher
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Die Arbeitsgemeinschaft Junge Imker aus Oberlichtenau war ebenfalls angereist.
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Originalgröße hat diese Seidenraupe nicht.
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Mörtelbiene, Tapezierbiene,
Holzbiene, Honigbiene
Das ist nur eine geringe Auswahl aus ...zig Hunderten von Bienenarten; der Mensch domestizierte eine davon - die Honigbiene. Diese zeigt einmal im Jahr im LIB welche Leistung und Möglichkeit in ihr steckt, dann, wenn das Bieneninstitut (LIB) in der Hohen Neuendorfer Engelsstraße die Türen zu Labor-, Werkstatt- und Ausstellungsräumen weit öffnet. Jeweils am letzten Sonntag im August gibt es einen solchen Tag der offenen Tür. Besonders das Fachpublikum nutzt einen solchen Sonntag als Arbeitstag, um sich über die Aufzucht der Königinnen, das Leben der Arbeiterinnen und der Drohnen zu informieren, um Neues aus Forschung und Praxis zu erfahren.
In einem weitläufigen Park liegt das Stammhaus, dessen ursprünglichen Zweck kaum jemand weiß. Eine Plakette an der Stirnseite gibt einen Hinweis: Erbaut von Maurermeister Paul Richter, 1905. Dieser hatte ein Baugeschäft, und das damals etwas außerhalb des Dorfes gelegene Haus war ein beliebtes Ausflugsrestaurant und zugleich Schützenhaus des hiesigen Schützenvereins. Zwei Jahre später, 1907, wird das Gelände parzelliert, und der extra dafür gegründete Grundbesitzerverein Am Schützenhause hat bekannte Namen aus der Heimatgeschichte des Ortes, wie z.B. August Richter, Otto Krüger, Paul Kleßen und auch Paul Richter. Bis 1911 sind alle Parzellen verkauft.
Bienen übernehmen das Schützenhaus
Das 1923 gegründete Institut für Bienenkunde in Berlin-Dahlem wird 1950 von der Technischen Universität Berlin-Charlottenburg übernommen. Die Humboldt-Universität Unter den Linden richtet daraufhin 1952 eine Abteilung Bienenkunde und Seidenbau ein und übernimmt das etwa 2 ha große Gelände rund um das Schützenhaus. Der Seidenbau hatte in den 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts in der DDR eine gewisse Bedeutung, aus dieser Zeit wird wohl das beeindruckende Modell einer Seidenraupe in der Ausstellung im Turmzimmer stammen. So war damals z.B. in der Presse zu lesen: Zur Seidenbauselbsthilfe gehört auch, gegen noch vielfach verbreitete falsche Vorstellungen anzukämpfen, die seinen Fortschritt hemmen. So ist die Ansicht irrig, Seidenraupe und Maulbeere seien nicht für unser Klima geeignet ... und erfahrungsgemäß entwickeln sich bei sachgemäßer Aufzucht unter unseren klimatischen Bedingungen die Seidenraupen im allgemeinen besser als in den südlichen Seidenbauländern, so daß die aus deutschen Kokonernten gewonnene Seide den besten ausländischen Qualitäten vollkommen gleichwertig ist. Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt im Schützenhaus ist daher die Qualitätskontrolle der Honige, daraus entsteht im Laufe der Jahre die zentrale Honiguntersuchungsstelle der DDR. Nach der Wende, ist das Weiterbestehen der Institution zunächst gefährdet und steht auf wackligen Beinen. Der 19. Februar 1992 bringt Sicherheit: die Bienen-Forschungsstelle wird das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V., gefördert von den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Rund 350 Bienenvölker werden von elf Mitarbeitern, darunter drei Wissenschaftler, betreut.
Von Jungfernzeugung und Drohnenschlacht
Ohne Honigbienen keine bunte Blumenpracht!, fünf bis sechs Millionen Blüten müssen angeflogen werden, um ein Kilogramm Honig ernten zu können. Eine Biene allein ist nicht lebensfähig, sie bildet Staaten, die aus einer Königin, Zehntausenden von Arbeiterinnen und wenigen Hundert Drohnen (männlich) besteht. Die Königin hat eine einzige Aufgabe, in je eine Brutzelle ein Ei abzulegen, sie ist mehr als Bienenmutter anzusprechen, denn als Königin. Nur einmal, während des Hochzeitsfluges, wird sie befruchtet, allerdings gleich von bis zu 20 Drohnen, der Samen geht in eine Samentasche in ihrem Hinterleib. Die Königin kann beim Durchgang der Eier durch den Eileiter die Samentasche öffnen oder nicht, das Ei wird befruchtet oder nicht, bei letzterem entstehen die Drohnen (Jungfernzeugung). Die Impulse hierzu erhält die Königin durch die verschiedenen Größen der Zellen. Die Drohnen könnten ohne die sie fütternden Stockbienen weder leben noch ihre Funktion erfüllen. Wilhelm Busch charakterisiert sie so: Und nur die alten Brummeldrohnen / Gefräßig, dick und faul und dumm, / Die ganz umsonst im Hause wohnen, / Faulenzen noch im Bett herum. Nach dem Abklingen des Schwarmtriebes ist auch das Todesurteil über die Drohnen gesprochen. Die Arbeiterinnen unterlassen das Füttern bis die Drohnen mit letzter Kraft zum Flugloch hinauskriechen, um draußen zu verenden. Diejenigen, die wieder zurück wollen und versuchen sich einzubetteln, werden erstochen (Drohnenschlacht). Ob aus einem befruchteten Ei eine Arbeiterin oder aber eine Königin heranwächst, das wird allein durch die Ernährung der Larve bestimmt, Arbeiterinnenlarven erhalten einfache Reduktionskost, die auserwählte Königinlarve Königliches Gelee. Kaum sechs Wochen währt das Leben einer Arbeitsbiene im Sommer. Nur die Bienen, die im Spätsommer ihre ersten Flugversuche vor dem Stock machen, leben länger bis März/April des nächsten Jahres. Nachdem die Arbeiterin ihre Zelle verlassen hat dauert es noch mindestens zwei Tage, ehe sie als Hausbiene beginnt, Futter zuzubereiten, Larven zu füttern, Waben zu bauen und den Stock zu reinigen. Später kommt noch der Wachdienst hinzu. Erst zehn Tage nach dem Verlassen der Zelle fliegt sie das erste Mal aus dem Stock, ab dem 18. Tage ist Feldarbeit angesagt, nun heißen sie Trachtbienen oder Feldbienen.
Sollte Neugier beim Leser entstanden sein, mehr zu erfahren über das Leben des Bienenvolkes oder etwas nicht ganz verstanden worden sein, das Bieneninstitut ist telefonisch unter 03303 / 293830 zu erreichen und im Internet mit der Adresse http://www.honigbiene.de präsent. Eine weitere spannende Seite mit Biene Maja, Honni und viel flotter Musik ist bienen-netz.de.
Jürgen Radtke
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