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Wieder neue Gesichter beim Zukunftsabend „Anschauen Nachfragen - Mitreden“ im Rathaussaal

Weder Schnee noch andere Veranstaltungen hielten über 20 Interessierte an einem Freitagabend Ende Januar davon ab, sich im Hohen Neuendorfer Rathaussaal kritisch mit den Entwürfen der Leitplanken zum Leitbild auseinanderzusetzen, die das Forum unter der Moderation von Martin Seebauer und Heike Gerth entworfen hatten.
Rund ein Drittel der Gäste brachte sich an dieser Stelle erstmals in den Prozess ein. Unter den Gesichtspunkten „Welche Frage habe ich?“, „Was fehlt?“, „Was würde ich anders formulieren?“, „Was entspricht nicht meinen Vorstellungen?“ baten die Moderatoren zunächst darum, mittels bunten Klebepunkten die Leitplanken grundsätzlich zu bewerten. Grün bedeutete „diese Leitplanke kann ich voll und ganz unterstützen, gelb hieß „ruft bei mir Fragen auf“, rot signalisierte „widerspricht meinen Gedanken und Wünschen“.
Im Ergebnis gab es sehr viel Zustimmung, aber noch einige offene Fragen und an wenigen Stellen Ablehnung. So erhielt die Leitplanke zum Thema „die gemeinsame Stadt“ mit elf grünen Punkten die meiste Zustimmung, die Leitplanke mit der Überschrift „Mobile Stadt“ mit drei roten von insgesamt 17 Punkten die meiste Kritik. Moniert wurde vor allem, dass eine Prioritätensetzung zwischen den Verkehrsteilnehmern fehle. Dies wurde verbunden mit dem Wunsch, die Betonung auf den nicht-motorisierten und den Nahverkehr (ÖPNV) zu legen. Ferner fehlte den Besuchern hier als Aspekt die Einbindung Hohen Neuendorfs in das Fernverkehrsnetz und die Anbindung an den neuen Großflughafen in Schönefeld.
Zentrale Argumente des Abends waren ferner, dass die touristische Attraktivität nicht nur stärker betont (z.B. Golf, Wasser, Pagode, Ortskern Stolpe), sondern auch ausgebaut werden müsse. Unklarheiten bestanden darin, was unter neuen Formen der Arbeit zu verstehen sei, die in der Stadt nicht zuletzt im Hinblick auf Energie als knappe Ressource und daraus folgend eingeschränkte Mobilität in Zukunft angesiedelt sein sollen: „Es soll doch auch gemütlich bleiben“, brachte eine Teilnehmerin die Bedenken auf den Punkt.
Nicht einigen konnten sich die Diskutanten zudem, wie abstrakt und allgemeingültig oder im Gegenteil konkret das Leitbild grundsätzlich formuliert sein solle. Die Palette der Anregungen über alle Leitplanken reichte denn insgesamt auch von konkreten Formulierungsvorschlägen bis hin zu grundsätzlichen Bemerkungen. Ein Teilnehmer forderte, dass der „unnatürliche Zustand“ behoben werden müsse, dass Birkenwerder als das eigentliche Zentrum der Stadt nicht dazu gehöre.
Eine weitere grundsätzliche Anregung bezog sich darauf, dass die Nähe zur pulsierenden Metropole Berlin als Vorteil Hohen Neuendorfs alle Leitplanken durchziehen müsse.Die Moderatoren sammelten alle Argumente und werden sie nun zusammen mit dem Rücklauf aus der Diskussion der Ortsvereine und Fraktionen der Parteien im Forum erneut beraten. Ein endgültiger Formulierungsvorschlag soll bis April stehen und dann in den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung beraten und verabschiedet werden.
Bis zum Sommer, so die ehrgeizige Zielformulierung, soll das Leitbild als Handlungsrahmen für die Entscheidungen von Politik und Verwaltung zur Verfügung stehen.
Wie geht es weiter?
Im Jahr 2010 geht die Diskussion weiter:
Februar: 6. Steuerungsrunde;
Februar: 4. Forum;
März: 7. Steuerungsrunde.